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Daten nutzen · Benachrichtigung

Alerting einrichten

Lassen Sie eine fachliche Bedingung regelmäßig im Hintergrund prüfen und einen festgelegten Empfängerkreis benachrichtigen. Dafür wird Grafana Alerting verwendet, wenn Ihr Zugang Regeln bearbeiten darf und ein geprüfter Benachrichtigungsweg bereitsteht.

Ein Dashboard zeigt Daten, wenn es geöffnet wird. Eine Alert-Regel prüft dagegen eine Abfrage in einem festen Intervall. Bleibt eine relevante Bedingung lange genug erfüllt, wechselt die Regel in einen Alarmzustand und verwendet den dafür eingerichteten Benachrichtigungsweg.

1 · Bedingung

Abweichung festlegen

Messwert, Schwelle, Zeitraum und fachliche Bedeutung eindeutig beschreiben.

2 · Auswertung

Regel aufbauen

Geprüfte Abfrage, Auswertungsintervall und Mindestdauer konfigurieren.

3 · Benachrichtigung

Empfänger verbinden

Freigegebenen Kontaktpunkt und verständliche Nachricht auswählen.

4 · Kontrolle

Alarmweg testen

Auslösung, Nachricht und Rückkehr in den Normalzustand kontrolliert prüfen.

Ein belastbarer Alert: Die Nachricht beschreibt eine fachlich relevante Abweichung, erreicht den vorgesehenen Empfängerkreis und verweist auf einen vereinbarten nächsten Schritt.

Wofür fachliches Alerting geeignet ist

BedarfBeispielbedingungIn der Nachricht erforderlich
Grenzwert überwachenEin Pegelstand liegt länger als die vereinbarte Dauer über der Meldehöhe.Messstelle, Wert, Schwelle, Zeitpunkt und Dashboard-Link
Aktualität überwachenFür eine erwartete Messreihe ist länger als zulässig kein neuer Wert eingetroffen.Datenbestand, letzter Messzeitpunkt und erwartetes Intervall
Wertebereich überwachenEine fachliche Kennzahl verlässt einen abgestimmten plausiblen Bereich.Kennzahl, gemessener Wert, zulässiger Bereich und betroffener Kontext

Alerting ist nicht sinnvoll, wenn niemand auf die Nachricht reagieren soll, die Schwelle fachlich ungeklärt ist oder bereits jede kurzfristige Messspitze eine Meldung auslösen würde.

Voraussetzungen klären

Funktion

Regeln bearbeitbar

Die Alerting-Oberfläche ist erreichbar und der eigene Zugang darf Regeln für die vorgesehene Datenquelle bearbeiten.

Daten

Abfrage fachlich geprüft

Zeitspalte, Messwert, Filter und Einheit liefern unabhängig vom Alert das erwartete Ergebnis.

Benachrichtigung

Kontaktpunkt bereitgestellt

Ein freigegebener Empfängerweg ist eingerichtet und mit einer Testnachricht geprüft.

Reaktion

Nächster Schritt vereinbart

Empfänger wissen, wie sie die Abweichung prüfen und an welche Stelle sie sich wenden.

Alerting wird nicht vollständig vorkonfiguriert

Die UDSP stellt die technische Grafana-Funktion bereit, legt aber standardmäßig keine fachlichen Alert-Regeln, Kontaktpunkte oder Benachrichtigungsrichtlinien für Ihren Anwendungsfall an. Fehlen Kontaktpunkt, Rechte oder Freischaltung, müssen diese vor der Benutzeraufgabe administrativ bereitgestellt werden.

Benachrichtigungsweg auswählen

Grafana sendet einen Alarm über einen Kontaktpunkt. Ein Kontaktpunkt kann einen oder mehrere eingerichtete Versandwege enthalten. Dadurch kann dieselbe fachliche Meldung beispielsweise per E-Mail und – bei zusätzlich angebundenem SMS-Dienst – als SMS zugestellt werden.

Vorgesehener Standardweg

E-Mail

Eine oder mehrere Funktions- oder Empfängeradressen über den für Grafana eingerichteten SMTP-Dienst benachrichtigen.

Zusätzliche Integration

SMS

Kurze Alarmmeldungen über einen freigegebenen externen SMS-Anbieter, Webhook-Adapter oder geeigneten Incident-Dienst versenden.

Optional

Chat oder Incident-Dienst

Abgestimmte Ziele wie Teams, Slack, PagerDuty oder einen allgemeinen Webhook als weiteren Kontaktpunkt anbinden.

Kombination

Mehrere Wege

Eine Meldung parallel an mehrere Ziele senden oder je nach Regel und Dringlichkeit unterschiedlich routen.

E-Mail ist in der UDSP der direkt vorgesehene Weg, sofern für die Grafana-Instanz ein realer SMTP-Dienst mit zulässigem Absender eingerichtet wurde. Der Kontaktpunkt enthält die Empfängeradressen; SMTP-Server und Zugangsdaten werden administrativ konfiguriert und nicht von Benutzern in einer Alert-Regel hinterlegt.

SMS ist nicht standardmäßig eingerichtet. Grafana besitzt in der UDSP keinen allgemeinen SMS-Versanddienst. Soll eine SMS versendet werden, muss die Administration zuerst einen geeigneten Anbieter oder Vermittlungsdienst anbinden – beispielsweise über eine freigegebene Grafana-Integration oder einen geschützten Webhook. Dabei sind Kosten, Rufnummernverarbeitung, Datenschutz, Geheimnisse des Anbieters und Zustellgrenzen zu klären. Tragen Sie API-Schlüssel eines SMS-Dienstes nicht selbst in eine Regel ein.

E-Mail und SMS können kombiniert werden

Ein Kontaktpunkt kann mehrere eingerichtete Ziele enthalten. Alternativ können Benachrichtigungsrichtlinien unterschiedliche Kontaktpunkte nach Regelmerkmalen routen. Kombinieren Sie E-Mail und SMS erst, nachdem beide Wege einzeln getestet wurden. Legen Sie außerdem fest, ob auch die Rückkehr in den Normalzustand über beide Wege gemeldet werden soll.

Legen Sie für den gewünschten Versandweg mindestens Folgendes fest:

FestlegungBeispielWarum sie benötigt wird
KontaktpunktPegelbereitschaft E-Mail oder Pegelbereitschaft SMSRegel und tatsächlichen Versandweg eindeutig verbinden
EmpfängerFunktionsadresse oder freigegebene Bereitschaftsnummernpersönliche Einzelziele und ungeklärte Verteiler vermeiden
MeldungsinhaltMessstelle, Wert, Schwelle, Zeitpunkt und Dashboard-LinkAbweichung ohne Blick in Grafana einordnen
AuflösungNormalzustand ebenfalls meldenEmpfänger erkennen, wann die Bedingung nicht mehr besteht
RoutingSMS nur für freigegebene hohe DringlichkeitKosten und unnötige Alarmierung begrenzen
Funktionstestkontrollierte Testmeldung je VersandwegEmpfänger, Inhalt und technische Zustellung gemeinsam nachweisen

Fehlt eine dieser Voraussetzungen, senden Sie noch keine Testalarme an einen beliebigen Empfängerkreis. Fordern Sie die Einrichtung mit folgenden Angaben an:

  • Grafana-Fachinstanz und verwendete Datenquelle,
  • fachlicher Zweck der Regel und gewünschter Empfängerkreis,
  • benötigter Kontaktweg, beispielsweise E-Mail oder ein zusätzlich angebundener SMS-Dienst,
  • vorgesehene Funktionsadresse beziehungsweise freigegebener Rufnummernkreis,
  • Person oder Stelle, die eine Testnachricht abnimmt, sowie
  • gewünschter Termin für den kontrollierten Funktionstest.

Nutzen Sie dafür die Anleitung Hilfe anfordern. Zugangsdaten, Tokens und vollständige personenbezogene Datensätze gehören nicht in die Anfrage.

Beispiel: Pegelstand oberhalb einer Meldehöhe

Das Beispiel erweitert den Datenbestand des Pegel-Dashboards. Die dort dargestellten Schwellen dienen der Visualisierung; ein produktiver Benachrichtigungsversand ist nicht Bestandteil des bestätigten Referenzstands. Eine konkrete Ausgestaltung mit Grenzwert- und Aktualitätsregel zeigt die Referenzseite Alerting für Pegelstände einrichten. Aktivieren Sie diese Regeln erst mit einer separat freigegebenen Meldehöhe und zulässigen Datenlücke je Messstelle.

Eine mögliche Regel lautet:

Wenn waterlevel einer Messstelle länger als fünf Minuten über der für diese Messstelle abgestimmten Meldehöhe liegt, benachrichtige den festgelegten Empfängerkreis und verlinke das Pegel-Dashboard.

Für diese Regel werden mindestens benötigt:

  • dateobserved als fachlicher Messzeitpunkt,
  • waterlevel als numerischer Messwert,
  • eine eindeutig zugeordnete Messstelle,
  • eine freigegebene Meldehöhe je Messstelle,
  • eine Mindestdauer gegen kurze Messspitzen sowie
  • ein geklärtes Verhalten bei fehlenden Daten oder einer fehlerhaften Abfrage.

1. Abfrage und Bedingung getrennt prüfen

Erstellen oder verwenden Sie zuerst die zugrunde liegende Dashboardabfrage. Vergleichen Sie einen bekannten Wert und Zeitraum mit dem gespeicherten Datenbestand. Erst wenn die Abfrage stimmt, wird daraus eine Alert-Regel.

Bei einer PostgreSQL-Datenquelle muss die Alert-Abfrage eine Zeitspalte und numerische Werte im Zeitreihenformat liefern. Verlassen Sie sich in der Regel nicht auf Dashboardvariablen; die Auswertung läuft unabhängig von einer geöffneten Dashboardansicht.

Formulieren Sie die Bedingung so, dass Wert und Schwelle erkennbar sind. Ergänzen Sie eine Mindestdauer, wenn eine kurzzeitige Überschreitung noch keine relevante Abweichung darstellt.

2. No Data und Fehler bewusst behandeln

Eine ausbleibende Datenlieferung ist nicht dasselbe wie ein normaler Messwert unterhalb der Schwelle. Legen Sie ausdrücklich fest, wie die Regel mit folgenden Zuständen umgeht:

  • Abfrage liefert keine Daten,
  • Daten sind älter als das erwartete Aktualisierungsintervall,
  • Datenquelle oder Abfrage meldet einen Fehler,
  • Bedingung ist nach einer Überschreitung wieder normal.

Soll fehlende Aktualität selbst eine Benachrichtigung auslösen, verwenden Sie dafür eine eigene Regel. So bleibt in der Nachricht erkennbar, ob ein Fachwert auffällig ist oder die Datengrundlage fehlt.

3. Nachricht und Reaktionsweg festlegen

Verwenden Sie einen bereits freigegebenen Kontaktpunkt. Die Nachricht sollte ohne Blick in die Regel mindestens beantworten:

  • Welche fachliche Bedingung ist eingetreten?
  • Welcher Datenbestand, Ort oder Messpunkt ist betroffen?
  • Welcher Wert wurde zu welchem Zeitpunkt ausgewertet?
  • Wo lässt sich der Verlauf im zugehörigen Dashboard prüfen?
  • Was ist der vereinbarte nächste Schritt?

Für eine E-Mail können Betreff und Nachricht diese Angaben ausführlich enthalten. Eine SMS bleibt kurz: Benennen Sie mindestens Alarmzustand, betroffenes Objekt, Zeitpunkt und einen sicheren Kurzlink zur weiteren Prüfung. Übermitteln Sie keine personenbezogenen oder anderweitig schützenswerten Fachdaten per SMS oder Chat, wenn dieser Versandweg dafür nicht ausdrücklich freigegeben ist.

Wählen Sie anschließend, ob die Regel direkt an einen Kontaktpunkt sendet oder über eine Benachrichtigungsrichtlinie geroutet wird. Eine Richtlinie ist sinnvoll, wenn mehrere Regeln denselben Empfängerkreis verwenden, unterschiedliche Dringlichkeiten getrennt werden oder E-Mail und SMS nicht bei jedem Alarm parallel ausgelöst werden sollen.

Ein Alert ohne erreichbaren Empfänger oder vereinbarten Reaktionsweg ist noch keine funktionsfähige Benachrichtigungslösung.

4. Auslösung und Normalzustand testen

Testen Sie den gesamten Weg kontrolliert, bevor die Regel regulär aktiv bleibt:

  1. Prüfen Sie die Regel zunächst mit einem bekannten Zeitraum oder abgestimmten Testwert.
  2. Kontrollieren Sie, ob die Mindestdauer kurze Ausschläge wie vorgesehen unterdrückt.
  3. Prüfen Sie Inhalt, Empfänger und Dashboard-Link der Nachricht.
  4. Stellen Sie sicher, dass eine Rückkehr in den Normalzustand erkannt und – falls vorgesehen – mitgeteilt wird.
  5. Dokumentieren Sie Regel, Datenquelle, Schwelle, Empfängerkreis und den fachlichen Reaktionsweg.
Fachliches Alerting ist kein Plattformmonitoring

Diese Anleitung betrifft Bedingungen in Fachdaten der mandantenspezifischen Grafana-Instanz. Alarme zu Pods, Diensten, Datenbanken, Backups oder Clusterressourcen laufen über Prometheus und Alertmanager und gehören in die Betriebsdokumentation. Ein fachlicher Alert ersetzt außerdem keine sichtbare Aktualitätsanzeige im Dashboard.

Referenzen