Dashboards erstellen
Machen Sie bereits integrierte UDSP-Daten für eine konkrete fachliche Frage sichtbar, vergleichbar und filterbar. Dafür stehen je nach Datenbestand und Nutzungsform Grafana, Apache Superset oder das Smart City Dashboard zur Verfügung.
Ein Dashboard verbindet Daten nicht einfach mit möglichst vielen Diagrammen. Es gibt einer Zielgruppe eine gemeinsame, überprüfbare Sicht auf einen Datenbestand – beispielsweise auf aktuelle Pegelstände, ihre zeitliche Entwicklung und Unterschiede zwischen Messstellen.
Verläufe sichtbar machen
Messwerte über einen fachlich passenden Zeitraum darstellen und Datenlücken erkennbar lassen.
Bestände vergleichen
Standorte, Kategorien oder Zeiträume mit derselben Kennzahl und Einheit gegenüberstellen.
Ansichten filtern
Zeitraum, Gebiet oder Kategorie ändern, ohne für jede Frage ein neues Dashboard anzulegen.
Ergebnisse teilen
Eine verständliche Ansicht für die vorgesehene Zielgruppe bereitstellen und mit Vergleichswerten prüfen.
Vom Datenbestand zum Dashboard
Frage konkretisieren
Benennen, wer welche Information für welche Entscheidung benötigt.
Grundlage prüfen
Tabelle, View oder Dataset sowie Zeit, Einheiten und Aktualität klären.
Dashboard aufbauen
Mit einer kontrollierbaren Ansicht beginnen und danach Filter ergänzen.
Werte und Rechte testen
Ergebnisse vergleichen und das Dashboard mit einem vorgesehenen Zugang öffnen.
Ein nutzbares Dashboard: Die dargestellten Werte lassen sich auf den freigegebenen Datenbestand zurückführen, und Filter verändern nur die erwartete fachliche Sicht.
1. Die Dashboardfrage konkretisieren
Beginnen Sie mit einer Frage, die sich anhand des vorhandenen Datenbestands prüfen lässt. „Pegelstände anzeigen“ ist zu offen. Eine brauchbare Formulierung lautet beispielsweise:
Die Nutzer sollen den aktuellen Pegelstand einer ausgewählten Messstelle sehen, den Verlauf der letzten 24 Stunden prüfen und erkennen können, wann der letzte Messwert erfasst wurde.
Damit sind Messgröße, Auswahl, Zeitraum und Aktualitätsinformation benannt. Halten Sie zusätzlich fest:
- welche Zielgruppe das Dashboard verwendet,
- welche Tabelle, View oder welches Dataset die führende Grundlage bildet,
- welche Zeitspalte den fachlichen Zeitpunkt beschreibt,
- welche Einheiten und Aggregationen gelten und
- wie fehlende, verspätete oder ungültige Werte dargestellt werden.
2. Das passende Werkzeug verwenden
Die drei Werkzeuge überschneiden sich teilweise, beginnen aber mit unterschiedlichen Datenzugängen und Nutzungsschwerpunkten:
Grafana
Laufend aktualisierte Daten, Kennzahlen, Zeitreihen und Statusansichten in einem regelmäßig verwendeten Dashboard zusammenführen.
Apache Superset
Vorbereitete Datasets über Dimensionen, Metriken, Diagramme und interaktive Filter untersuchen und vergleichen.
Smart City Dashboard
Bereits modellierte NGSI-LD-Daten in einer vorbereiteten Fachanwendung mit Karten, Kennzahlen und Verläufen nutzen.
Grafana und Superset sind keine vollständig getrennten Welten: Beide können Zeitreihen, Filter und wiederkehrende Dashboards abbilden. Verwenden Sie nach Möglichkeit den bereits für Ihren Datenbestand bereitgestellten Weg. Wählen Sie andernfalls den Tab, der Ihrer Aufgabe und Datenbereitstellung am nächsten kommt.
- Grafana
- Apache Superset
- Smart City Dashboard
Passt besonders gut, wenn Werte regelmäßig aktualisiert werden und Zeitverläufe, aktuelle Zustände oder fachliche Schwellen im Mittelpunkt stehen.
Was bereits vorliegen muss: eine freigegebene Grafana-Datenquelle und eine Abfrageberechtigung auf den vorgesehenen Datenbestand. Grafana öffnen Sie über HYPERSENSUS → Daten → Datenvisualisierung.
Wie Grafana in der UDSP bereitgestellt wird, welche Datenquellen vorgesehen sind und wie Rollen wirken, beschreibt Grafana in der Plattformdokumentation. Nutzen Sie diese technische Einordnung insbesondere dann, wenn eine erwartete Datenquelle fehlt oder Ihr Zugang nur lesend arbeiten darf.
Beginnen Sie mit einem einzelnen Panel für eine bekannte Messstelle und einen kurzen Zeitraum. Vergleichen Sie mindestens zwei dargestellte Werte mit dem geprüften Datenbestand. Speichern Sie das Panel anschließend in einem Dashboard und ergänzen Sie Variablen nur für wiederkehrende Auswahlen wie Messstelle, Gebiet oder Zeitraum.
Fehlen Datenquelle oder Bearbeitungsrecht, lassen Sie diese unter Grafana konfigurieren bereitstellen. Die aktuelle Bedienung von Panels, Variablen und Dashboards beschreibt die offizielle Grafana-Dokumentation.
Passt besonders gut, wenn ein tabellarisch vorbereitetes Dataset über wechselnde Dimensionen, Metriken und Filter untersucht werden soll.
Was bereits vorliegen muss: eine freigegebene Datenbankverbindung und ein geeignetes Superset-Dataset. Superset öffnen Sie über HYPERSENSUS → Daten → Datenvisualisierung.
Architektur, Datenbankanbindung, Datasets sowie die verfügbaren Rollen sind unter Apache Superset in der Plattformdokumentation eingeordnet. Prüfen Sie dort die technische Grenze zwischen einem bereitgestellten Dataset und der hier beschriebenen fachlichen Dashboardarbeit.
Erstellen Sie zunächst ein einzelnes Chart aus bekannten Dimensionen und einer nachvollziehbaren Metrik. Prüfen Sie Filter und Aggregation gegen den zugrunde liegenden Datenbestand. Übernehmen Sie das geprüfte Chart danach in ein Dashboard und ergänzen Sie gemeinsame Filter nur dort, wo mehrere Charts dieselbe Auswahl verwenden sollen.
Fehlen Datenbankverbindung, Dataset oder Bearbeitungsrecht, lassen Sie diese unter Superset konfigurieren bereitstellen. Die aktuelle Bedienung beschreibt die offizielle Superset-Dokumentation.
Passt besonders gut, wenn urbane Kontextdaten bereits als geeignetes NGSI-LD-Modell in Stellio vorliegen und in einer vorbereiteten Fachanwendung mit Karte, Kennzahlen und zeitlichen Verläufen genutzt werden sollen.
Was bereits vorliegen muss: eine aktivierte Anwendung, eine konfigurierte Stellio-Anbindung, geeignete Entitäten samt JSON-LD-Kontext sowie die benötigte Dashboardrolle. Das Smart City Dashboard öffnen Sie über den bereitgestellten Anwendungs- oder Dienstlink.
Den Aufbau der Referenzanwendung, ihre NGSI-Anbindung, Voraussetzungen und Rollen erklärt Smart City Dashboard in der Plattformdokumentation. Lesen Sie diese Einordnung vor allem dann, wenn Entitäten nicht erscheinen oder unklar ist, welche Funktionen administrativ vorbereitet werden müssen.
Beginnen Sie mit einer bekannten Entität und prüfen Sie, ob Kennzahl, fachlicher Zeitpunkt und räumlicher Bezug mit der NGSI-LD-Quelle übereinstimmen. Gestalten Sie anschließend die vorbereiteten Inhalte für die konkrete Nutzerfrage aus. Das Smart City Dashboard ist eine Fachanwendung und kein allgemeiner BI-Editor.
Das Smart City Dashboard integriert oder historisiert die Fachdaten nicht selbst. Die Administration aktiviert die Anwendung, konfiguriert die NGSI-LD-Quelle und vergibt die Rollen. Benötigte Zeitverläufe müssen bereits über einen geeigneten Historisierungspfad verfügbar sein.
Fehlt in einem Werkzeug die Aktion zum Erstellen oder Speichern, umgehen Sie diese Berechtigungsgrenze nicht durch eine private Parallelkonfiguration. Verwenden Sie ein vorhandenes Dashboard oder lassen Sie den benötigten Zugang administrativ bereitstellen.
3. Mit einer kontrollierbaren Ansicht beginnen
Begrenzen Sie die erste Abfrage auf eine bekannte Messstelle, einen kurzen Zeitraum und wenige Spalten. Erstellen Sie zunächst eine Tabelle, Kennzahl oder einfache Zeitreihe und vergleichen Sie mindestens zwei Werte mit der Tabellenansicht in HYPERSENSUS oder einer kontrollierten SQL-Abfrage.
Konfigurieren Sie anschließend:
- einen fachlich verständlichen Titel,
- Einheit, Dezimalstellen und sinnvolle Skalierung,
- den richtigen Zeitstempel und Zeitraum,
- eine erkennbare Darstellung von
null, Datenlücken und veralteten Werten sowie - einen kurzen Hinweis auf Quelle und erwartete Aktualisierung.
Ergänzen Sie weitere Panels oder Charts erst, wenn die erste Darstellung stimmt. Eine geschlossene Linie darf keine Aktualität vortäuschen, wenn seit Stunden kein neuer Messwert eingetroffen ist.
4. Filter und interaktive Elemente ergänzen
Fügen Sie Filter für Zeitraum, Ort, Messstelle oder Kategorie nur hinzu, wenn sie eine wiederkehrende Nutzerfrage unterstützen. Testen Sie mindestens zwei typische Kombinationen und einen Fall ohne Treffer.
Filter sind Bedienhilfen, keine Berechtigungsgrenze. Ein Dashboard darf durch eine andere Auswahl keine Daten sichtbar machen, die für den verwendeten Zugang nicht freigegeben sind. Verwenden Sie bei komplexen Rohdaten bevorzugt eine abgestimmte View oder ein vorbereitetes Dataset mit verständlichen Spalten und Kennzahlen.
5. Dashboard für die Nutzung prüfen
- Zwei ausgewählte Werte stimmen mit dem gespeicherten Datenbestand überein.
- Zeitstempel, Einheit, Aggregation und Zeitraum sind verständlich.
- Filter verändern nur die erwarteten Daten und funktionieren auch in Kombination.
- Fehlende oder veraltete Werte bleiben sichtbar.
- Das Dashboard funktioniert mit einem Zugang der vorgesehenen Zielgruppe und auf einer schmalen Bildschirmbreite.
- Datenquelle, verwendete Tabelle beziehungsweise Dataset und erwartete Aktualisierung sind dokumentiert.
Halten Sie für die weitere Pflege außerdem Dashboardname und URL, verwendete Datenquelle, erwartetes Aktualisierungsintervall, benötigte Berechtigungen sowie den abgestimmten Änderungsweg fest. So bleibt das Dashboard auch nach einer Übergabe nachvollziehbar und wird nicht zu einer nur von einer Person verstandenen Einzelkonfiguration.
Soll eine fachliche Bedingung regelmäßig im Hintergrund geprüft und eine Nachricht versendet werden, führen Sie mit Alerting einrichten fort. Das Dashboard selbst muss dafür nicht dauerhaft geöffnet bleiben.
Diese Anleitung beschreibt den wiederkehrenden Arbeitsweg von den Daten bis zum geprüften Dashboard. Regeln für Layout, Farben, Informationshierarchie und Barrierefreiheit gehören in ein abgestimmtes Dashboard-Designkonzept unter Best Practices.