WFS-Layer freigeben
Diese Anleitung führt durch die GeoServer-Oberfläche: von einer bereits angebundenen Datenquelle über die Veröffentlichung und Berechtigung bis zum geprüften WFS-Zugriff der Zielgruppe.
Eine Tabelle oder View aus einem bestehenden GeoServer-Store ist als Vektorlayer veröffentlicht. Der Layer besitzt ein korrektes Koordinatenreferenzsystem, erscheint für berechtigte Nutzer im WFS-Dienst und bleibt für nicht berechtigte Nutzer gesperrt. Eine öffentliche Bereitstellung erfolgt nur nach ausdrücklicher Freigabe.
Ziel und Schutz klären
Datenbestand, Zielgruppe und geschützter oder öffentlicher Zugang sind entschieden.
Vektorlayer publizieren
Die gewünschte Tabelle oder View wird aus dem vorhandenen Store als Layer veröffentlicht.
Zugriff zuweisen
Workspace- oder Layerrechte erlauben nur der vorgesehenen Zielgruppe den Lesezugriff.
WFS-Aufruf prüfen
Capabilities, Schema und eine kleine Ergebnisabfrage werden über den externen Zugang getestet.
Voraussetzungen
Vorhandener Store
Der richtige Workspace und ein erreichbarer GeoServer-Store mit dem freigegebenen Vektordatenbestand sind vorhanden.
Geometrie und CRS
Geometriespalte, Geometrietyp und Koordinatenreferenzsystem der Tabelle oder View sind bekannt und geprüft.
GeoServer-Zugang
Sie dürfen im vorgesehenen Workspace Layer veröffentlichen und dessen Zugriff konfigurieren.
Rollen nachschlagenDefinierte Zielgruppe
Die fachlich verantwortliche Stelle hat festgelegt, welche Rolle die Daten lesen darf oder ob sie öffentlich sein sollen.
1. Veröffentlichungsweg festlegen
Entscheiden Sie vor der technischen Änderung, in welchem Workspace der Layer liegen muss:
- Geschützter WFS-Layer: Verwenden Sie den Workspace des zuständigen Mandanten oder Datenraums. Der Zugriff wird über die dafür vorgesehene Rolle erteilt.
- Öffentlicher WFS-Layer: Verwenden Sie ausschließlich den für Open Data vorgesehenen Workspace
ds_open_data. Die fachliche und rechtliche Freigabe muss vorher erfolgt sein.
Der Workspace ist die bevorzugte Berechtigungsgrenze. Die Anleitung GeoServer-Arbeitsbereich verwalten beschreibt die Zuordnung von Rollen und Ressourcen.
GeoServer stellt Tabellen und Views mit Geometrie als WFS-Feature-Types bereit. Für Rasterdaten ist WFS nicht der passende Dienst. Prüfen Sie außerdem vorab, ob alle Attribute tatsächlich an die Zielgruppe ausgeliefert werden dürfen. Eine dafür vorbereitete Datenbank-View ist häufig klarer und sicherer als die Veröffentlichung einer operativen Ursprungstabelle.
Wie Sie eine solche kontrollierte Quelle vorbereiten, beschreibt Eine Datenbank-View für Anwendungen bereitstellen.
2. Datenbestand als Layer veröffentlichen
Die Veröffentlichung erfolgt vollständig in der GeoServer-Weboberfläche:
- Öffnen Sie Data → Layers und wählen Sie Add a new layer.
- Wählen Sie den bestehenden Store im richtigen Workspace aus.
- Suchen Sie die gewünschte Tabelle oder View und wählen Sie Publish.
- Tragen Sie einen stabilen Name, einen verständlichen Title und eine fachliche Beschreibung unter Abstract ein.
- Lassen Sie Enabled aktiviert, damit der Layer auf Anfragen antwortet. Mit Advertised erscheint er zusätzlich im Capabilities-Dokument und in der Layer Preview.
Der technische Name ist Bestandteil späterer WFS-Aufrufe. Ändern Sie ihn nach der Einbindung in Anwendungen deshalb nicht ohne abgestimmte Migration.
3. Raumbezug und Ausdehnung prüfen
Prüfen Sie auf derselben Seite den Abschnitt Coordinate Reference Systems:
- Kontrollieren Sie, ob Native SRS dem tatsächlichen Koordinatenreferenzsystem der Quelle entspricht.
- Setzen Sie ein passendes Declared SRS, beispielsweise den abgestimmten EPSG-Code.
- Wählen Sie die SRS-Behandlung bewusst. Force declared weist den EPSG-Code zu, transformiert aber keine Koordinaten. Wenn natives und veröffentlichtes CRS voneinander abweichen, ist eine fachlich geprüfte Reprojektion erforderlich.
- Berechnen Sie die Native Bounding Box über Compute from data.
- Berechnen Sie anschließend die Lat/Lon Bounding Box über Compute from native bounds.
- Speichern Sie den Layer.
Öffnen Sie danach Layer Preview und prüfen Sie Lage, Geometrietyp und einen repräsentativen Ausschnitt. Eine plausible Vorschau ersetzt noch nicht die WFS-Abnahme, deckt aber falsche CRS- oder Bounding-Box-Einstellungen früh auf.
4. WFS-Verfügbarkeit und Rechte festlegen
Ein aktivierter Vektorlayer wird von GeoServer grundsätzlich als WFS-Feature-Type angeboten. Es gibt daher keinen zusätzlichen Schalter „als WFS veröffentlichen“. Prüfen Sie stattdessen:
- Unter Services → WFS ist WFS für den betreffenden Workspace aktiviert.
- Unter Data → Layers → Layer → Publishing ist WFS nicht über Disabled Services für diesen Layer ausgeschlossen.
- Die vorgesehene Rolle besitzt am Workspace oder ausnahmsweise am Layer Lesezugriff.
- Nicht berechtigte Rollen besitzen keinen Zugriff auf den geschützten Layer.
Für eine normale Datenbereitstellung genügt ein lesender WFS-Zugang. Aktivieren Sie transaktionale Schreiboperationen nicht nur deshalb, weil ein Layer veröffentlicht wird. WFS-T verändert Quelldaten und benötigt eine eigene fachliche Entscheidung, passende Datenbankrechte und einen separaten Test.
5. Externen WFS-Zugang prüfen
Prüfen Sie nicht nur die interne Vorschau, sondern den Zugang, den spätere Anwendungen tatsächlich verwenden. Für den geschützten UDSP-Fachzugang lautet das Muster:
https://api.<DOMAIN>/geoserver/<WORKSPACE>/ows
Führen Sie die Abnahme in dieser Reihenfolge durch:
Dienst und Layer finden
Rufen Sie das WFS-Capabilities-Dokument mit einem Benutzer oder Token der Zielgruppe ab:
https://api.<DOMAIN>/geoserver/<WORKSPACE>/ows?service=WFS&version=2.0.0&request=GetCapabilities
Der Eintrag <WORKSPACE>:<LAYER> muss enthalten sein.
Schema kontrollieren
https://api.<DOMAIN>/geoserver/<WORKSPACE>/ows?service=WFS&version=2.0.0&request=DescribeFeatureType&typeNames=<WORKSPACE>:<LAYER>
Prüfen Sie, ob nur die vorgesehenen Attribute und der erwartete Geometrietyp beschrieben werden.
Kleine Datenabfrage ausführen
https://api.<DOMAIN>/geoserver/<WORKSPACE>/ows?service=WFS&version=2.0.0&request=GetFeature&typeNames=<WORKSPACE>:<LAYER>&count=10&outputFormat=application/json
Kontrollieren Sie Antwortformat, Attribute, Geometrien und Koordinaten. Begrenzen Sie den ersten Test mit count, damit nicht versehentlich ein großer Datenbestand übertragen wird.
Schutz mitprüfen
- Geschützter Layer: Der Aufruf funktioniert mit der vorgesehenen Rolle und wird ohne ausreichende Berechtigung abgewiesen.
- Öffentlicher Layer: Der freigegebene öffentliche Zugang funktioniert ohne Anmeldung; geschützte Workspaces bleiben weiterhin gesperrt.
Am geschützten API-Endpunkt prüft APISIX zunächst den Plattformzugang. GeoServer entscheidet anschließend, ob die übermittelte Identität den angefragten Workspace oder Layer lesen darf. Ein erfolgreicher Login allein ist deshalb noch keine Datenfreigabe.
Abnahme dokumentieren
Halten Sie mindestens Workspace, Layername, Quelldatenbestand, verantwortliche Stelle, Schutzbedarf, freigegebene Rolle und die geprüften WFS-Aufrufe fest. Vermerken Sie außerdem, ob der Layer bereits in Masterportal oder einer anderen Anwendung verwendet wird.
Weiterarbeiten
Soll der WFS-Layer in einer Kartenanwendung erscheinen, folgt anschließend die Anleitung Masterportal konfigurieren. Architektur, Rollen und technische Grenzen des Dienstes beschreibt die GeoServer-Referenz.